Baby Boom – Blu-ray Review | Koch Films

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Nach solchen Schwergewichten wie „Der Pate“ und „Reds“ oder die Woody Allen Klassiker „Der Stadtneurotiker“, „Die letzte Nacht des Boris Gruschenko“, „Radio Days“, „Machs noch einmal Sam“, überraschte Diane Keaton ihre Fans mit einem sehr seichten Filmchen. War man von ihr doch Oberklassen-Kino gewöhnt. „Baby Boom“ aus dem Jahr 1987 gehört in die Liga der „Schema F“ gestrickten Komödien der 80er Jahre. Ob sich der Film von den anderen abheben oder man sich ihn sparen kann, will ich euch in den folgenden Zeilen erläutern.

Story:

J.C. Wiatt gibt alles für ihren Beruf und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ihre Arbeitgeber ihr die Partnerschaft anbieten. Das war das Ziel, ein Investmentbanker als Freund und sie als Partnerin der Firmenleitung, was will man mehr. Doch das Schicksal hat andere Pläne für J.C. Wiatt. Mitten in der Nacht erhält J.C. einen Anruf aus Übersee. Ihr entfernter Cousin ist verstorben und hat sie in seinem Testament erwähnt, doch die Verbindung ist dermaßen schlecht, dass sie einfach nicht versteht, was sie bekommen soll. Das einzige, was klar verständlich ist, sie soll sich mit einer Beamtin aus London am Flughafen treffen. Das passt natürlich gar nicht in ihren Terminplan, doch die Neugier ist groß und so steht sie tags drauf am Ankunftsterminal. Was wird J.C. bekommen, Geld, ein Haus… ein Baby, ernsthaft?!? Tatsächlich steht vor ihr eine Beamtin vom Jugendamt und hat ihre kleine Nichte mit dabei. Des Cousins letzter Wunsch, sollte ihm und seiner Frau etwas passieren, soll sich J.C. Wiatt um die kleine Elizabeth kümmern. Gerade J.C. Wiatt, die so viel mit Kindern und besonders Babys am Hut hat, wie eine Kuh mit dem Fliegen. Das hilft jetzt aber alles nichts, ein Geschäftsessen steht an, was klein Elizabeth natürlich prompt torpediert. Und da ist ja auch noch ihr Freund Steven, der mindestens, wenn nicht noch weniger mit Babys kann. Aber es steht ja noch eine Möglichkeit im Raum, sie kann Elizabeth ja immer noch zur Adoption freigeben.

Steven geht auf Geschäftsreise und J.C. wird das mit der Adoption klären, so glaubt das zumindest Steven. Alle läuft soweit glatt, bis J.C. die ausgesuchten Adoptiveltern kenne lernt, aber da schlagen wie bei jeder Frau nicht nur die Muttergefühle durch, sondern auch die Alarmglocken. Sowas soll klein Elizabeth bekomme? Nein, auf keinen Fall, das sind ja Neandertaler. So beichtet sie Steven, dass sie bei der Adoption die Reißleine gezogen hat und das tut auch Steven, er springt vom Babyzug. Jetzt ist guter Rat teuer, so steht J.C jetzt mit Elizabeth ganz allein auf weiter Flur. Doch wie soll ein hundertprozentiger Workaholic ihren Job und ein Baby unter einen Hut bekommen? Dass das schief läuft, ist abzusehen. Alles läuft drunter und drüber und so wird nicht sie, sondern ihr Assistent der neue Partner der Firma.

Baby Boom Review Szenenbild001Nach weiteren Erlebnissen mit anderen Müttern, Babysittern, Elite-Vorschulen, bricht J.C. ihre Zelte ab und zieht aufs Land. Doch Gevatter Schicksal reißt mit und so läuft auch dort nicht alles wirklich rund. Angefangen vom schönen Haus, das zur Bruchbude mutiert, sowie ihre Versuche, beruflich wieder Fuß zu fassen. Doch das Schicksal ist nicht immer ein mieser Verräter, so kommt es zu einer besonderen Begegnung und eine ihrer Ideen scheint doch noch zu fruchten. War Elizabeth vielleicht doch das Beste, was J.C. in ihrem Leben hätte passieren können?

Fazit:

Liest man den Namen Diane Keaton, so denkt man an die Woody Allen Klassiker. „Baby Boom“ erschien sogar direkt im Anschluss an Allens „Radio Days“. Daher war klar, dass man sich als Fan auch Keatons neusten Film anschauen wird. Umso größer war die Überraschung, als man merkte, dass sich „Baby Boom“ nicht wirklich von den anderen Standard-Komödien der 80er Jahre unterschied. Dabei kann man weder Keaton noch den anderen Darstellern einen Vorwurf machen, denn diese spielen ihre Rollen solide. Im Gegenteil, Diane Keaton glänzt in ihrer Rolle. Da hätten wir Harold Ramis (Ghostbusters) als J.C.s Freund (in einer kleinen Rolle), den damals noch eher unbekannten und heute großartigen James Spader (Stargate Der Film, The Blacklist) als ihren Assistenten Ken Arrenberg (ebenfalls in einer kleinen Rolle) oder auch den später bekannt gewordenen Sam Sheppard (Black Hawk Down, Safe House) als Dr. Jeff Cooper. Der Film wurde rund um Diane Keaton aufgebaut, man kann sagen, es gibt nur eine Hauptdarstellerin, alle anderen Rollen sind Nebenrollen. Das Kernthema der Aufs und Abs durch eine extreme Veränderung eines gewohnten Lebens, bezieht sich alleinig auf J.C. Wiatt und die kleine Elizabeth, alle anderen verkommen zu Randfiguren. Aber natürlich haben die Macher an das typische Happy End mit zukünftigem Vater gedacht haben.

Baby Boom Review Szenenbild002Mit Erfolg und Geld beginnt der Film, dann erfolgt die Wandlung mit der Erkenntnis, dass das Leben noch mehr als nur den schnöden Mammon zu bieten hat und so reißt die Figur J.C. alles alte ab und zieht sich mit Elizabeth aufs Land zurück. Nun gut, aber von Luft und Liebe kann niemand leben. Das Thema Geld wird zwar für einen kurzen dramatischen Effekt nochmals in einem Satz erwähnt und mit einem Nervenzusammenbruch unterstrichen. Doch dieses Thema kehrt man dann aber ebenso schnell wieder unter den Teppich, um das Familienidyll nicht zu arg der Realität auszusetzen. Das war mir dann doch zu glatt gelöst. So bleibt für mich am Ende eine ordentliche, aber dennoch durchschnittliche Komödie, die weder Stärken noch Schwächen aufweist und manche Aspekte des Lebens, des Berufs und der Kindererziehung doch gern geflissentlich übersieht. Ein Pluspunkt bekommt der Streifen dann doch noch von mir, denn die kleine Darstellerin der Elizabeth, ist wirklich herzig, wenn sie in die Kamera strahlt und J.C, Wiatts Herz berührt.

Für Diane Keaton Fans natürlich ein Muss, für alle anderen gilt: wollt ihr euch nur berieseln lassen, einen Film mit Happy End sehen und habt am Sonntagnachmittag eh nichts Besseres vor, dann könnt ihr euch den Film beruhigt anschauen. Er wird euch weder groß zum Nachdenken anregen noch die Lachmuskeln überstrapazieren. Der obligatorische und gern genannten „verregnete Sonntag“ eignet sich somit für alle am besten für „Baby Boom“.

Habt ihr den Film gesehen, wie habt ihr ihn empfunden, hat er euch gefallen, bejubelt ihr ihn oder fandet ihr ihn bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

Baby Boom Review Szenenbild003Bild:

Das Bild ist leider sehr wechselhaft, in manchen Innenraumaufnahmen hat das Bild mit Rauschen und Schleiern zu kämpfen. Dann gibt es aber wieder Innenaufnahmen, die recht gut daherkommen. Die Stärken des Bildes sind aber definitiv die Außenaufnahmen, recht scharf mit einem Hauch Filmkorn. Die Farben sind in Ordnung, genauso wie die Kontraste, nur die Schwarzwerte können ihrem Namen keine Ehre machen. Diese bewegen sich von dunkel bis teils ins hellgraue, besonders dann, wenn das Bild eh schon einen Grauschleier aufweist. Das Bild ist zwar besser als die alte MGM DVD, was aber keine große Kunst ist. Somit kommt die Bildbewertung nicht über ein durchschnittlich hinaus.

Ton:

Das Tonformat liegt für den deutschen Ton in dts-HD 5.1 und im englischen in dts-HD 2.0. Der Upmix auf 5.1 kann ich nicht wirklich nachvollziehen, der deutsche Ton bietet keinerlei räumliche Effekte, daher hätte es ebenso gut bei einer Stereo Abmischung bleiben können. Dafür können die Dialoge glänzen, denn diese sind die ganze Laufzeit über klar und verständlich.

Extras:

  • Originaltrailer
  • Biografien
  • Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

Das Bonusmaterial bietet leider nichts wirklich Besonderes.

(Marc Maurer)

©Bilder und Medium zur Verfügung gestellt von Koch Media – Alle Rechte vorbehalten.

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4.8 (95%) 4 vote[s]

  • Film 6
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5.0 Für Fans

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