Die Farbe aus dem All – DVD Review | Koch Films | 27.03.2020

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Die Farbe aus dem All 2019 Film Kritik, Review, News, Kaufen, ShopStory:

Abseits des Großstadttrubels lebt Nathan Gardner mit seiner Familie idyllisch inmitten eines Waldes. Nathan züchtet Alpakas, während seine Frau dank schlechter Internetverbindung, ihren Job kaum noch nachgehen kann. Ihre drei Kinder machen es ihnen aktuell auch wenig leicht, Tochter Lavinia ist leicht dem Okkultismus zugetan, ihr Bruder Benny vertreibt sich die Zeit mit Kiffen und der Jüngste Jack, kämpft mit den Umständen des Heranwachsens. Als plötzlich ein Meteorit in ihren Vorgarten einschlägt, verändert sich die Natur ringsum. Sie verändert sich farblich langsam, aber stetig zunehmend, zudem entdeckt Benny eine seltsame Insektenartige Kreatur, in einer ebenso ungewöhnlichen Farbe. Doch bei den Veränderungen im Umfeld bleibt es nicht, Nathans Frau Theresa zeigt bei einem Missgeschick in der Küche bizarre Züge. Nach und nach wird das Verhalten der Familie nicht nur sonderlicher, ihre Lebensweise nimmt immer mehr folgenschwere Züge an.

Die Farbe aus dem All 2019 Film Kritik, Review, News, Kaufen, ShopEindruck:

„Die Farbe aus dem All“ basiert auf einer Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft. Regie führt Richard Stanley (M.A.R.K. 13 – Hardware & Dust Devil), der rund zwei Jahrzehnte keinen Film mehr drehte, nachdem er 1996 bei den Dreharbeiten von „DNA – Die Insel des Dr. Moreau“ ersetzt wurde. Außer durch zwei Dokumentarfilme Anfang 2000, gab es kein filmisches Lebenszeichen mehr von Richard Stanley. Nun kehrt er mit dem Low Budget Film die Farbe aus dem All zurück, gelingt ihm das Comeback?

Um es kurz vorwegzunehmen, ja. Denn was Richard Stanley hier mit geringen Mitteln aus dem Film zaubert, an dem er auch am Drehbuch mitwirkte, sieht absolut beeindruckend aus. Aber nicht nur optisch hat es der Film in sich, die Inszenierung fasziniert ebenfalls. Gekonnt bringt er die Familie um Nathan Gardner in Position, führt sie kurz und knapp ein, um den Zuschauer einen ausreichenden Eindruck der Gardners zu vermitteln. Lässt anschließend recht zügig den Meteoriten in den Vorgarten stürzen und beginnt nun langsam, die Fäden zu spinnen. Ab jetzt zieht das Tempo kontinuierlich an, die Umwelt verändert sich langsam, aber sicher, genauso wie die Gardners. Dabei gibt Stanley den Figuren genügend Zeit sich zu entwickeln, ohne dass es beim Zuschauer holprig ankommt. Die langsame Entartung der Familie wirkt beängstigend hypnotisch, ihre teils apathischen Handlungen verstärken das unheimliche Gefühl zusätzlich.

Die Farbe aus dem All 2019 Film Kritik, Review, News, Kaufen, ShopMit einem lilafarbenen Leuchten wird die außerirdische Anwesenheit rund um das Anwesen erzeugt, dessen Wirkung auf die Umwelt und der Familie erstaunlich gut vermittelt wird. Trotz des geringen Budgets gibt es eine Vielzahl an fabelhaften Tricks und Effekten, die Stanley gekonnt über die Farbe aus dem All verteilt. Es gibt sogar eine Hommage an John Carpenters „The Thing“, welche aber nicht simpel kopiert wurde, sondern sich entsprechend aus der Story heraus entwickelt. Es ist schon imposant, was Stanley hier abliefert, die Kulisse, die Kameraführung und die glänzend aufspielenden Darsteller, das alles macht Spaß. Auch den brillanten Score möchte ich nicht unerwähnt lassen, der enorm viel zu der düsteren Stimmung beiträgt.

Apropos Darsteller, Nathan Gardner, gespielt von Nicolas Cage, brilliert wieder einmal. Vom anfänglich ruhigen Familienvater bis zu seiner skurrilen Abkehr ist sein Overacting genauso dosiert wie passend. Joely Richarson (Theresa), Madeleine Arthur (Lavinia) und Brendan Meyer (Benny) überzeugen ebenfalls mit ihrer wechselhaften Darbietung und schließen gelungen den darstellerischen Kreis um Nicolas Cage. Aber auch die Nebenrollen in dem Film sind gut besetzt und ebenso in Szene gesetzt.

Die Farbe aus dem All 2019 Film Kritik, Review, News, Kaufen, ShopFazit:

„Die Farbe aus dem All“ ist ein rundum überzeugender Sci-Fi-Horror. Regisseur Richard Stanley versteht es von Anfang an, mit seiner Herangehensweise die Stimmung zunehmend kippen zu lassen. Es wird beklemmender, düsterer und furchterregender, ihm gelingt es mit wenigen Effekten, eine derart kosmische und gruselige Atmosphäre zugleich zu erzeugen, die einen sofort in ihren Bann zieht. Dazu bereitet er dem Film einen außergewöhnlich guten Spannungsbogen, dessen Sogwirkung sich der Zuschauer bis zum Finale nicht entziehen kann. Was für ein Comeback von Richard Stanley, der hier einen richtig packenden Film abgeliefert hat. Der Abwechslungsreich inszeniert ist, einige Überraschungen parat hält und audiovisuell vollends überzeugen kann.

„Die Farbe aus dem All“ ist mehr als eine kleine Perle, sie ist eine Perlenkette, dementsprechend sollte sie mehr Aufmerksamkeit bekommen. Von mir gibt es absolut eine Empfehlung, nicht nur wegen Nicolas Cage, er ist hier definitiv, auch nur eine Perle von vielen.

Die Farbe aus dem All 2019 Film Kritik, Review, News, Kaufen, ShopBild:

Das Bild der DVD kommt sehr filmisch daher und ist mit einer leichten Körnung versehen. Farblich wird alles Neutral und unspektakulär wiedergegeben, bis dann der lilafarbene Schimmer sich sanft über das Bild legt. Die Schärfe überzeugt auf ganzer Linie und bietet eine gelungene Detailzeichnung. Dazu gesellt sich ein guter Kontrast mit sattem Schwarzwert, somit ein tadelloses Bild, welches man auf der Leinwand zu Gesicht bekommt. Für eine DVD ein bemerkenswert gutes Bild, ich kann nur vermuten, dass die Blu-ray ein noch eindrucksvolleres Bild zaubert.

Ton:

Die Dolby Digital 5.1 Spur begeistert ebenfalls. Der wie angesprochen ausgezeichnet arrangierte Score hüllt das geschehen, sehr räumlich ein. Nebengeräusche und Effekte werden mal unaufdringlich, aber auch sehr Präsent auf alle Speaker verteilt und sorgen zusätzlich für ein mittendrin Gefühl. Die Sprachverständlichkeit ist bestens und versumpft nicht neben den Effekten. Auch der Subwoofer wird häufig zum Leben erweckt und darf seinen Beitrag leisten. Eine sehr dynamische und teils druckvolle Abmischung, die dem Film gerecht wird.

Extras:

  • Entfallene Szenen
  • Bildergalerie
  • Trailer

Testequipment:

JVC DLA-X35
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

(Hartmut Haake)

©Bilder Koch Films – Alle Rechte vorbehalten!

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8.0

Discussion2 Kommentare

  1. Hi,
    zuerst kurz zu Mandy, das ist auch ein durchgeknallter LSD Trip, sehr schräg aber unterhaltsam.
    Zu der Bewertung, da habe ich schon etwas mit mir gerungen. Allerdings reden wir hier von einem Low-Budget Film, der zwar wirklich alles ausschöpft, hier und da aber Luft nach oben hat.
    Wobei das Jammern auf hohem Niveau ist, denn der Film macht wirklich Spaß.
    Eine Höchstwertung vergeben, da fließen viele Faktoren mit ein, wenn ich mich richtig erinnere, war das zuletzt bei Green Book der Fall.
    Selbst als Tarantino Fan, bekam OUATIH keine Volle Punktzahl bei mir und ich fand ihn ebenfalls Klasse.

  2. Hmh, Dein Review ist ja voll des Lobes, Harry – obwohl mir dann etwas unverständlich ist, warum Du dann für die Story nur 8 Punkte vergibst (10 ist das Maximum, richtig?).

    Ich bin nach dem für mich absolut enttäuschenden „Mandy“ hier doch eher vorsichtig. Ursprünglich hatte ich das Mediabook zu diesem Film vorbestellt, es nach der Sichtung von Mandy aber wieder storniert.

    Bin nach wie vor skeptisch.

    Vielen Dank für Deine Mühe…

Kommentare

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