F is for Family – Staffel 1 – Blu-ray Review | Pandastorm

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Hach… „Die wilden Siebziger“.

FIFF Review BD CoverNein, damit ist jetzt nicht die tolle Sitcom rund um Ashton Kutcher und Mila Kunis gemeint, sondern das damalige Lebensgefühl, das dieses Jahrzehnt des Umdenkens, der freien Liebe und der Rebellion in den USA ausstrahlte.

Inspiriert von ihren eigenen Erfahrungen aus den wilden Siebzigern schufen US-Comedy-Star Bill Burr, Die Simpsons Produzent Michael Price so wie auch US Schauspieler Vince Vaughn bereits 2015 mit „F is for Family“ eine Netflix-Exklusive und anarchische Zeichentrickserie, die auf humorvolle Weise Einblick in das Leben der Vorstadt zu jener Zeit bietet.

Unter Pandastorm Entertainment und im Vertrieb der WVG Medien GmbH erschien nun hierzulande unlängst die erste Staffel von „F is for Family“ zum allerersten Mal auf DVD und Blu-ray Disc.

Ob die sechs Episoden, aufgeteilt auf zwei Discs, vollends überzeugen können, und wer an der neuen Animationsserie überhaupt seine Freude hat, wird am Ende dieser Review geklärt…

FIFF Review Szenenbild001Story:

Amerika, 1973: Familienoberhaupt Frank Murphy genießt die Vorteile, die sich ihm als Mann im Land der unbegrenzten Möglichkeiten so bieten. Dabei kollidieren seine Vorstellungen einer perfekten Welt jedoch immer öfter mit denen seiner Familienmitglieder. Ehefrau Sue emanzipiert sich, die drei Kinder rebellieren. Reichlich Zündstoff ist vorprogrammiert…

Hauptaugenmerk der Serie ist auf jeden Fall Familienoberhaupt Frank, ein Mittvierziger der alten Schule, der erst damit klarkommen muss, dass seine Frau Sue arbeiten gehen will, um „Plast-O-Ware“ (in Anlehnung an Tupperware) zu verkaufen. Denn während sie weg ist, muss er sich nun um Haushalt und Kinder kümmern, versagt aber ständig kläglich.

Dank FSK 16 Kennzeichnung darf Frank, so wie auch alle anderen Charaktere der Serie, bei seinen Rückschlägen in der Erziehung fluchen wie ein Seemann – und das nicht zu wenig. Ein regelrechter „Zwangsvulgarismus“ steht bei „F is for Family“ an der Tagesordnung.

Aber die Comedy-Serie bringt auch noch etliche weitere lustige Charaktere ins Spiel, wie zum Beispiel den rebellierenden Sohn Kevin, der lieber mit seinen Kumpels Marihuana konsumiert, als seinem nervenden Dad zuzuhören. Oder der alte deutsche Nachbar, den alle für einen Nazi halten. Am witzigsten ist aber sicherlich Franks übergewichtiger, kettenrauchender Vorgesetzter, der beim Reden Essensreste verliert, seinen Allerwertesten nur in Notfällen hochbekommt und ständig kurz vor einem Herzinfarkt steht. Ihr seht schon – an kultigen Charakteren fehlt es nicht.

Wären die Figuren nicht am Computer entstanden, sondern mit echten Schauspielern besetzt, könnte die Serie definitiv auch so sehr gut als Comedy-Serie durchgehen.

FIFF Review Szenenbild002F is for Family“ wirkt frisch und unverbraucht, aber dennoch irgendwie vertraut. Das liegt zum einen daran, dass der Zeichenstiel an Mike Judge´s „Beavis & Butthead“ bzw. dessen Nachfolger-Serie „King of the Hill“ angelehnt ist, während der Humor teilweise an South Park, den „Simpsons“, „Futurama“ oder auch an die Netflix Serie „BoJack Horseman“ erinnert, ab und an sogar fast zu derbe daherkommt.

Trotzdem bringt „F is for Family“ noch genügend eigene Ideen mit, um sich von oben genannten Titeln positiv abzugrenzen, denn wenn die Murphys das erste Mal Farbfernsehen oder einen Anrufbeantworter live erleben dürfen, bleibt kein Auge trocken.

Wer die oben genannten Serien mag, der wird auch sicherlich mit dem nicht weniger anarchischen und bitterbösen „F is for Family“ seine wahre Freude haben – die 27 Minuten pro Folge vergehen wie im Flug. Alle anderen müssen einen großen Bogen darum machen, versäumen aber dadurch eine der besten Animationsserien der letzten Jahre.

Hoffentlich bringt Pandastorm auch noch die zwei weiteren Staffeln schnellstmöglich auf DVD und Blu-ray heraus, da bereits 2020 auf Netflix schon die 4. Staffel anläuft.

FIFF Review Szenenbild003Episodenliste:

  • Die roten Tränen von Göteburg
  • Samstagshorror
  • Fehlschläge
  • Ein schrecklicher Tag
  • Bill Murphys freier Tag
  • Ach du heilige Nacht

Zum Schluss noch zwei kleine aber feine (Nerd-) Anmerkungen:

  • In einer der Folgen wird von den Schulschlägern Hulk Hogan zitiert, der allerdings sein Wrestlingdebüt erst 1979 feierte – die Serie aber im Jahr 1973 spielt.
  • Der geniale Intro-Song, der bei mir schon zum Ohrwurm mutierte, lautet „Come and get your Love“ von Redbone.

Bild:

Das in MPEG-4/AVC codierte und im bildschirmfüllenden Ansichtsverhältnis 1.78:1 präsentierte Bild kann sich sehen lassen. Natürlich kann ein 2D Cartoon nicht wirklich plastisch erscheinen, dennoch zeichnen sich die Figuren gut ersichtlich vom Hintergrund ab. Ähnlich wie bei „Futurama“ werden hin und wieder 3D-Effekte (zB. beim Autofahren) eingestreut.

Die Farbpallette reicht von grellen Gelb- und Orangetönen über Erbsengrün bis hin zu allen Braunstufen – die 70er Jahre Farben gehören eben dazu – werden nicht übertrieben, sondern gut saturiert dargestellt und tragen enorm viel zum Charme der Serie bei.

Kontrast- und Schwarzwerte bewegen sich auf einem hohen Niveau und geben keinen Grund zur Klage.

Artefakte, Verschmutzungen oder Klötzchenbildung (wie zB: bei der „Rick & Morty“ Blu-ray VÖ) konnten keine wahrgenommen werden. 

FIFF Review Szenenbild004Ton:

  • Deutsch DTS-HD MA 5.1
  • Englisch DTS-HD MA 5.1

Zwar sind auf der blauen Scheibe hochauflösende Tonspuren zu finden, richtig dynamisch klingen die aber, bei beiden Sprachfassungen, nicht wirklich. Klar, die Dialoge werden sauber und präzise aus dem Center wiedergegeben, der Subwoofer und die hinteren Lautsprecher bleiben aber, bis auf den Soundtrack und einigen wenigen Ausnahmen, recht zahm. Für eine Animations-Serie reicht der vorhandene Ton aber vollkommen und leistet sich, wie auch das tolle Bild, keine Fehler.

Etwas mehr Dynamik und Effekte hätten der humorvollen Serie aber trotzdem sicher nicht geschadet.

Die Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Lorenz Bethmann und der Dialogregie unter Rainer Raschewski bei RRP Media GmbH in Berlin und kann sich durchaus sehen…pardon… hören lassen.

Während im englischen Original berühmte Sprecher wie Justin Long oder Sam Rockwell den Figuren ihre Stimme leihen, bekommen auch deutschsprachige Hörer hochwertige und bekannte Synchronsprecher serviert:

  • Frank wird von Michael Pan gesprochen, seines Zeichens Synchronsprecher von Martin Short oder Lt. Cmdr. Data aus Star Trek.
  • Sue wird gesprochen von Maud Ackerman, Stammsprecherin von Tia Carrere.
  • Aber auch die Synchronstimme von Sohnemann Kevin, Julian Haggege, dürfte einigen alten Serienhasen bekannt vorkommen, lieh er doch damals dem deutschen Beavis aus der MTV-Kultserie „Beavis & Butthead“ seine Stimme.

Extras:

Bis auf ein Wendecover ohne FSK 16 Siegel gibt es leider keinerlei Bonusmaterial auf der blauen Scheibe.

FIFF Review Szenenbild005Fazit:

Bild und Ton können für eine Animationsserie fast durchwegs überzeugen, etwas Luft nach oben, vor allem beim Ton, gibt es aber schon.

Leider sucht man ein Bonusmaterial vergebens. Mehr als ein Wendecover ohne FSK 12 Siegel wird uns nicht geboten.

Die erste Staffel von „F is for Family“ ist mit seinen unterhaltsamen 6 Episoden zwar relativ kurz geraten, bietet aber dennoch genug Abwechslung und anarchischen Witz, um die Vorfreude auf Staffel 2 zu steigern. Die etwas kommerzieller erfolgreicheren „Rick & Morty“ und „Family Guy“ können sich schon mal warm anziehen – Konkurrenz naht.

Testgeräte:

TV: LG OLED 55C8PLA
Player: Sony UBP X-800
AV-Receiver: Denon AVR X-1500 H
Lautsprecher: Teufel Motiv 6 (5.1)
Atmos Lautsprecher: Teufel Reflekt (Front Height)

(Alexander Gabler)

©Bilder und Trailer Pandastorm – Alle Rechte vorbehalten!

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  • Film 9
  • Bild 8
  • Ton 7
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Summary
8.0 Gut

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