Human Lost - Kino Review - Universum Anime

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Human Lost Kino Review PlakatDer Roman „No Longer Human“ von Osamu Dazai gehört in Japan zu den meistverkauften Romanen aller Zeiten. Mehrfach wurde der Roman bereits Real verfilmt und bekam auch bereits eine Anime-Serie.

Nun haben sich die Macher von „Psycho Pass“ und „Afro Samurai“ zusammengetan, um das Werk einem Anime-Film zu gönnen. Die Erwartungen sind natürlich riesig.

Für Deutschland hat sich Universum Anime die Rechte an dem Film gesichert und sich mit Kazé zusammengetan, sodass der Film am 26. November 2019 im Zuge der Kazé Anime Nights bei uns inkl. deutscher Synchro in die Kinos erscheint.

Wir durften den Film vorab für euch testen und können euch sagen, ob der Film den Erwartungen gerecht werden konnte.

Story:

Im Jahr 2036 sind reiche Menschen in der Lage, mithilfe des Shell Systems 120 Jahre zu leben, ohne krank zu werden. Doch anscheinend gibt es Nebenwirkungen. Menschen verschwinden plötzlich oder verwandeln sich in Monster – sogenannte Lost. Doch dann bricht der Junge Yozu Oba in das Reichenviertel ein und löst eine Kette von Ereignissen aus, denn auch er verwandelt sich in einen Lost, ist aber in der Lage, sich zurück zu verwandeln. Dadurch wird er zur Zielscheibe.

Human Lost Kino Review Szenenbild001Eindruck:

Ich selbst kenne weder die Vorlage, noch habe ich die bisherigen Verfilmungen gesehen, deswegen konnte ich recht unvoreingenommen an den Film rangehen. Als Erstes muss aber gesagt sein, der Film ist definitiv nicht für Kinder geeignet, es geht hier alles andere als zimperlich und sehr blutig zur Sache. Vom Storytelling ist es auch sehr komplexe Kost.

Vom Aufbau erinnert der Film etwas an „Akira“, vor allem die Highway-Motorrad-Verfolgungsjagd am Anfang ist eine tolle Hommage. Dazu gibt es noch ein Mix mit Appleseed in Sachen Kulisse. Wobei natürlich auch gesagt werden wurde „Human Lost“ erreicht nicht annähernd das Level dieser Meisterwerke.

Ohne große Erklärungen wird man in die Story hineingeworfen und es gibt einen wirklich sehr actionreichen Start, der richtig gut anzuschauen ist. Die besagte Motorrad-Highway-Verfolgungsjagd ist super, wobei die bei „Akira“ noch mal intensiver war.

Nach dem actionreichen Start wird dem Film Geschwindigkeit rausgenommen und man fängt an, die Story zu erzählen. So erfährt man nach und nach, was wirklich Sache ist, wobei es stellenweise auch ein bisschen sprunghaft ist, sodass man schon etwas von einer Situation in die nächste gerät, und so manche Erklärungen nicht immer direkt nachvollziehbar sind. Daher ist man sehr stark zum Mitdenken gezwungen.

Human Lost Kino Review Szenenbild002Manchmal wirkt es aber auch, als würde man etwas viel um den heißen Brei herumreden, anstatt direkt zur Sache zu kommen. Da die Geschwindigkeit aber wirklich sehr stark rausgenommen wurde, merkt man bei dem Film schon ein paar kleine Längen, aber es ist zu keiner Sekunde wirklich langweilig. Man taucht hier nämlich wunderbar in die Welt ein und fühlt eine klasse Sci-Fi-Film-Noir-Atmosphäre, gemischt mit brachialen Fantasy-Elementen. Letzteres hat auch ein bisschen was von „Devil May Cry“. Vor allem das sehr actionreiche Finale erinnert etwas daran und hat es ebenfalls in sich.

Die Action in diesem Film ist immer erstklassig anzuschauen und optisch eine Wucht, sehr intensiv und spannend. Diese ist aber recht wohldosiert und in erster Linie am Anfang, kurz in der Mitte und am Ende zu sehen. Gut die Hälfte des Films, besonders komplett während des Mittelparts, ist aber recht ruhig gehalten.

Etwas anstrengend sind die vielen Botschaften, die der Film beinhaltet und die Kritiken, was die Suche nach ewigem Leben und solche Experimente angeht, wobei das Ende dann schon sehr zum Nachdenken anregt.

Human Lost Kino Review Szenenbild003Optisch ist der Film im Cell Shading Style animiert worden, da es auch vom selben Studio stammt wie „Star Wars Resistance“, ist die Optik entsprechend ähnlich, wobei die Animationen bei „Human Lost“ deutlich besser anzuschauen sind, als bei „Star Wars Resistance“ und für die deutsche Synchro konnten hier wirklich ein paar sehr namenhafte Sprecher gewonnen werden.

Fazit:

Insgesamt ist „Human Lost“ ein wirklich sehr gelungener Sci-Fi-Fantasy-Anime-Film, der aber nicht an Genregrößen wie „Akira“, „Ghost in the Shell“ oder „Robotic Angel“ heranreicht, zumal „Human Lost“ auch einige Schwächen hat. Die Action ist atemberaubend, aber das Storytelling ist manchmal einen Tick holprig, mit ein paar Längen. Das sonst recht gewöhnungsbedürftige Cell Shading sieht hier aber hervorragend aus und ist ein Fest für die Augen, was die Animationen angeht. Jeder Fan von Sci-Fi-Animes macht hier nichts falsch, wer aber auf mehr Daueraction steht, für denjenigen ist der Film wohl weniger etwas.

(Pierre Schulte)

©Bilder Universum Anime – Alle Rechte vorbehalten!

Fans von Sci-Fi-Animes werden ihre Freude haben

  • Story 7.5
  • Umsetzung 7
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7.5 Gut

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