Malcom Mittendrin – SD on Blu-ray Review | Turbine Medien

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Malcom Mittendrin SD on Blu-ray Review CoverEinführung:

Linwood Boomer, früher selbst als Schauspieler tätig und bekannt aus der Serie „Unsere kleine Farm“ als Charakter Adam Kendall, erschuf mit „Malcolm mittendrin“ wohl eine der außergewöhnlichsten Familien-Comedyserien. Dabei ist die Ausgangslage eigentlich wie bei anderen Sitcoms auch gleich. Eine Familie und lustige Situationen, Punkt. Bei den Vorläufern Ende der 80er und 90er ging es noch recht familienfreundlich und gesittet zu. Erste Ausreißer waren damals „Eine schreckliche nette Familie“ und „Parker Lewis“ welche sich schon mehr trauten. Mit „Malcolm mittendrin“ bekommt man nun das komplett abgedrehte Paket von urkomischen, surrealen, durchgeknallten, chaotischen Familiensituationen, wo auch gerne mal mit der Holzhammer Methode draufgehauen wird. Dabei hat der ein oder andere sicherlich schon vergleichbare Situationen in der eigenen Familie erlebt, die niemand freiwillig zugeben würde.

Inhalt:

„Das Beste an der Kindheit? Sie ist glücklicherweise bald vorbei“ so klingen Malcolms erste Worte an den Zuschauer. Inmitten seiner chaotischen Familie den Wilkersons (der Nachnahme wird nur einmal durch Zufall genannt bzw. gezeigt), lebt der zehnjährige Malcolm, mit seinen Eltern: Mutter Lois und Vater Hal, sowie seinem älteren Bruder Reese und dem jüngsten Bruder Dewey. Seinen ältesten Bruder haben dessen Streiche schon so weit gebracht, dass dieser verbannt in einer Militärakademie sitzt. Malcolm hat wie alle Jungs in seinem Alter eigentlich nur Unfug im Kopf, nur mit einem entscheidenden Unterschied, er hat einen IQ von 165, was ihn natürlich noch kreativer werden lässt. Malcolms Eltern Hal und Lois sind ebenfalls etwas speziell, was auf den Nachwuchs abgefärbt hat. Auch bei Malcolms anderen Bruder sieht es nicht besser aus. Der zweitälteste Reese, dessen Fäuste schneller agieren als sein Hirn und der kleine Dewey. Letzterem traut man es nicht zu, aber er hat es faustdick hinter den Ohren. In dieser Konstellation kommen diese sechs immer wieder in die skurrilsten Situationen, die man sich nicht im Entferntesten vorstellen kann.

Auf die einzelnen Folgen und Staffeln möchte ich nun nicht weiter eingehen, aber eines kann ich Versprechen: Langeweile oder Stillstand kommen in dieser Sitcom definitiv nicht auf.

Meinung und Bewertung:

Die Klassiker der Familienserien-Unterhaltung der 80er und 90er waren mir schon immer irgendwie zu nett und ordentlich. Erst mit „Eine schrecklich nette Familie“, „Parker Lewis“ und „Hör mal wer da hämmert“, wurde die Sitcom-Unterhaltung etwas aufgemischt. Bei der „schrecklich netten Familie“ wurde das bis dato unantastbare Eheleben auf den Kopf gestellt und bei dem der „hämmert“, die Serie mit skurrilen Missgeschicken untermalt. Während es bei „Parker“ teils schon sehr surreal zu ging. Alle anderen Serien bewegten sich in ihrem vorgegebenen Rahmen, freundlicher Familienunterhaltung, wie zum Beispiel „Alle unter einem Dach“, „Full House“, „Der Prinz von Bel Air“, „Die Nanny“, etc. Alles zwar unterhaltsame Serien, aber alle auch irgendwie zu sauber, zu nett, zu rein, wie mit Perwoll gewaschen und zu „gleich“. 2001 war nun endlich die Zeit gekommen, die andere Seite der Familienserien zu zeigen. Als ich die damals die ersten Folgen sah, konnte ich es fast nicht glauben, wieviel sich die Macher trauten und wie weit sie mit ihren Storys gingen, bzw. wie weit sie es trieben.

Für mich entwickelte sich die Serie zu einem wahren Highlight. Die Geschichten und die Entwicklungen der Charaktere konnten nicht durchgeknallter sein. So gut wie keine Folge war wirklich vorhersehbar. Die Macher unternahmen alles, den von alten Familien-Sitcoms entwickelten Geist an der Nase herumzuführen. So kommt in der Serie meist alles irgendwie anders, als man es erwartet. Was die Sitcom damals ebenfalls von ihren Mitbewerbern unterschied, war die Durchbrechung der vierten Wand. Sprich der Darsteller wendet sich direkt an die Zuschauer, so wie es bereits die Serie „Magnum“ aus dem Jahre 1980 tat. Mit „Malcolm mittendrin“ unternahm man eigentlich alles, um die Serie anders als bisherige Sitcoms zu inszenieren. Es gab bis dato eigentlich nur eine weitere Serie, die ebenfalls aus dem Einheitsbrei ausbrach. „Parker Lewis – Der coole von der Schule“ aus den Jahren 1990 bis 1993. Diese trieb es damals schon an die Spitze der Surrealität und hatte schon fast etwas comichaftes an sich. Dabei kam „Parker Lewis“ aber nicht über die dritte Staffel hinaus und bewegte sich mehr im Teenager-Serienbereich. Trotzdem könnte man diese Serie als Vorreiter für „Malcolm mittendrin“ sehen.

Malcom Mittendrin SD on Blu-ray Review Cover artikelbild

 

Mit der Komplettbox „Malcom mittendrin“ SD on Blu-ray bringt Turbine Medien, endlich alle Staffeln auf fünf Blu-rays in den Handel. Bereits vor einigen Jahren wurden die Staffeln Eins bis Drei einzeln und als Box auf DVD veröffentlicht, dann herrschte vorerst leider stillstand. Nun endlich kann man sich über alle 151 Folgen der Serie freuen. Das besondere dabei, die Serie liegt nicht nur in seinem Ursprungsformat 4:3 (mit Balken links und rechts sehen) vor, sondern ebenso im 16:9 Breitbild Format. Damals dachte man schon an eine spätere Veröffentlichung in HD nach (leider bezieht sich das aber nur auf das Bildformat und nicht die Bildqualität). Dies erzählt uns sogar Bryan Cranston alias Familienvater Hal, in einem extra Featurette. Dabei erklärt er uns, dass man damals aus Zeitgründen nicht immer genau darauf achten konnte und der Zuschauer in der 16:9 Bildversion Sachen sieht, die er eigentlich nicht sehen sollte, aber seht selbst. Um beim Bonusmaterial zu bleiben. Dies ist ungemein umfangreich. Angefangen von Interviews über Featurettes bis hin zu einer Director Cut Folge. Diese Box dürfte wohl jeden Fan der Serie „Malcolm mittendrin“ von Serienseite aus betrachtet, vollends zufrieden stellen.

Bild, Ton und Extras:

Der große Vorteil, man hat die Wahl zwischen dem Ansichtsverhältnis 4:3 und 16:9, das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal und hat man den vorausschauenden Machern, in Hinsicht auf Full HD zu verdanken. Andererseits wurde die Serie bis dato leider nicht in HD ge- oder remastered. So erhält man ein Standard TV Bild, wie man es aus den 90ern und 2000ern schon kennt. Manchmal sehr weichgezeichnet und dann wieder mäßig scharf. Daran dürfte der Bildqualitätsfetischist wohl etwas zu knabbern haben und auch ich hätte ich mir doch noch ein bissel MEHR gewünscht.

Der Ton kommt wie schon aus dem TV bekannt im Stereo Format daher. Wobei man der englischen Tonspur noch eine zweite im 5.1 Format gegönnt hat, die aber keinen großen Unterschied zum Stereoton macht. Somit beziehe ich mich alleinig auf die sehr gute Dialogverständlichkeit, die zu jeder Zeit gegeben ist.

Wie bereits erwähnt, bietet die Box ein sehr umfangreiches Bonusmaterial, wie man es gerade bei älteren Serien selten zu sehen bekommt. Dies dürfte jeden Hintergrundinfo-Fanatiker weitestgehend zufrieden stellen. Obendrein gibt es sogar eine Folge im Directors Cut.

Fazit:

Die Bildqualität ist trotz der Blu-ray leider nicht in HD sondern „nur“ in SD. Dies verhüllt die Box aber in keiner Weise, sondern druckt diesen Hinweis sogar mit den Worten: „SD on Blu-ray“ auf den oberen Rand der Hülle. Unabhängig von diesem Umstand kann ich dem geneigten „Malcolm mittendrin“ Fan diese Komplettbox uneingeschränkt ans Herz legen. Aber auch jeder Serienfan, dem die normalen Familienserien-Sitcoms zu „brav“ oder zu „bieder“ sind, darf hier beherzt zugreifen.

Habt ihr die Serie gesehen, wie habt ihr sie empfunden, hat sie euch gefallen, bejubelt ihr sie oder fandet ihr sie bescheiden, wenn nicht sogar schlecht? Teilt es uns in den Kommentaren mit.

(Marc Maurer)

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Fans der Serie dürfen hier beherzt zugreifen!

  • Story 9
  • Bild 6
  • Ton 7
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Summary
7.3 Gut

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