Mothra bedroht die Welt | Anolis

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Mortha Review CoverInhalt: Auf einer durch radioaktive Verseuchung als unbewohnbar geltenden Insel werden einzigartige Pflanzen und zwei zwergenhafte Mädchen entdeckt. Als die Mädchen von dem Geschäftsmann Nelson entführt werden, stellt sich dies als fataler Fehler heraus, denn die Insel besitzt einen mächtigen Schutzgott. Schon bald schlüpft aus einem Riesen-Ei eine Raupe, die sich auf den Weg macht, die Entführten zurück zu holen. Auf ihrem Weg der Zerstörung gelangt das Tier nach Tokio, wo es sich verpuppt und als Schmetterlingsgottheit Mothra in die Lüfte steigt, um die Mädchen zu befreien, auch wenn dies die Zerstörung von Großstädten und den Verlust von Menschenleben bedeutet. Nelson aber ahnt noch nicht, was auf ihn zukommt und treibt sein Spiel weiter. Mothra ihrerseits ist nicht aufzuhalten.

Eindruck: Ich glaube, den Film habe ich irgendwann einmal im TV gesehen, was aber auch schon einige Zeit her ist, sicher bin ich mir allerdings nicht. Insofern ist dies vielleicht doch meine erste Sichtung. „Mothra bedroht die Welt“ bekommt nun seine Heimkinopremiere auf Blu-ray. Besser gesagt, bis dato gab es keine Auswertung von „Mothra bedroht die Welt“ in Deutschland. Wie auch immer, nach nur wenigen Minutenwurde ich in meine Kindheit versetzt – und das im positiven Sinne.

Mortha Review Szenenbild001Den japanischen Produktionen, wie „Godzilla“ und „Die Urweltraupen“ oder „Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidora“, folgten weitere Reihen mit ähnlicher Thematik. Japanische Produktionen haben im Vergleich zu Hollywood einen schweren Stand in Deutschland, weil für europäische Sehgewohnheiten das Acting der Darsteller und die teils eigenwilligen Inszenierung schon etwas gewöhnungsbedürftig sind.

Doch das gelingt recht schnell, denn die Herangehensweise ist sehr durchdacht und hat ihren Charme, wie zum Beispiel bei „Mothra bedroht die Welt“. Hier wird man nicht gleich mit dem riesigen Schmetterling konfrontiert. Die Story und die Charaktere werden gekonnt aufgebaut, man lässt dem Film Zeit, sich zu entfalten. Bis Mothra dann auf der Bildfläche erscheint, ist schon einige Zeit vergangen. Das ist clever gemacht und durchaus wirksam für den Zuschauer, denn so steigert man gekonnt die Spannung.

Hervorzuheben ist auch definitiv die gelungene Tricktechnik, bedenkt man, dass der Film von 1961 ist. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail Mothra zum Leben erweckt, aber auch die gelungenen Miniatursets sind von beeindruckender Qualität. Abgerundet mit einem passenden Setting und kameratechnisch imponierend eingefangen, wird man visuell durchaus verwöhnt. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland eine große Fangemeinde dieser japanischen Kaiju-Werke. Auf der anderen Seite stufen allerdings viele die Filme noch als Trash ab, da bin ich nicht dabei, der Film wirkt weder billig noch primitiv, denn er ist wirklich sehr fantasievoll und optisch toll in Szene gesetzt.

Mortha Review Szenenbild002Nehmen wir mal zufällig den US-Film „2071: Mutan-Bestien gegen Roboter“, von Ib Melchior aus dem Jahre 1964. Sicherlich kein exakter Vergleich, da thematisch anders gelagert, doch von der Inszenierung her eher blass und nicht sonderlich originell vom Setting. Dagegen wirkt „Mothra bedroht die Welt“ deutlich reifer und stimmiger arrangiert.

Als Filmfan sollte man sich sowieso freuen, dass auch solche scheinbar kleinen Perlen, Beachtung finden und veröffentlicht werden. Deshalb sollten nicht nur Fans und Nostalgiker hier zugreifen, vielleicht entdeckt der eine oder andere die Faszination dieser japanischen Klassiker und bereichert seine Filmsammlung mit eben einem anderen außergewöhnlichen Stück Filmgeschichte.

Mortha Review Szenenbild003„Mothra bedroht die Welt“ ist ein Stück Filmgeschichte, der nun von Anolis in einer auf 1.500 Stück begrenzten Limited FuturePak Edition auf dem Markt gekommen ist. Welche neben der DVD auch eine Blu-ray enthält, sowie ein sehr informatives Booklet beinhaltet. Dazu kann man zwischen der japanischen Langfassung und der kürzeren US-Fassung wählen; Filmfan was willst du mehr.

Bild: Das Alter merkt man dem Bild nur bedingt an, die Schärfe ist recht ordentlich und nur wenige Momente fallen hier etwas ab. Die Farbgebung ist kräftig aber nicht unangenehm auffällig, der Schwarzwert überzeugt ebenfalls und bietet kaum Anlass zur Kritik. Das Bild wirkt natürlich mit leichtem Filmkorn, hier wurde nichts verschlimmbessert, wie man es leider von anderen Titeln häufig kennt. Auch altersbedingte Verschmutzungen sind überschaubar und stören das Sehvergnügen nicht. Kurzum, auch auf der großen Leinwand kann man diesen Film bedenkenlos genießen.

Mortha Review Szenenbild004Ton: Von der DTS-HD 2.0 Mono Spur sollte man natürlich nicht allzu viel erwarten. Die Sprachverständlichkeit ist klar und deutlich, der Gesang der beiden Priesterinnen wirkt unverfälscht und löst sich gut von den Boxen. Sicherlich würde sich man bei den Actionszenen den Einsatz der Rears und den Sub wünschen, das wäre aber auch schon alles, was ich bemängeln würde. Wobei mir eine ehrliche, zeitgemäß authentische Tonspur wie diese, lieber ist als eine misslungene Aufbohrung zu 5.1 ohne Mehrwert.

Extras

  • Japanische Originalfassung (Langfassung)
  • Audiokommentar mit Steve Ryfle und Ed Dodziszewski
  • Audiokommentar mit Jörg Buttgereit, Bodo Traber und Ingo Stecker
  • Audiokommentar mit Florian Bahr
  • Japanischer & US Kinotrailer
  • Super 8 Fassung
  • Bildergalerie
  • Booklet

Testequipment

JVC DLA-X35
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

(Hartmut Haake)

© Bilder Anolis – Alle Rechte vorbehalten!

© Trailer Michael Speier – Alle Rechte vorbehalten!

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