Star Trek: Picard – Staffel 1 – Blu-ray Review | Paramount Pictures | 05.02.2021

Star Trek Picard Artikelbild

Am 14. Januar 2021 kam „Star Trek: Picard – Staffel 1″ auf Blu-ray und DVD in den Handel und wir haben das Review dazu:

Story

Admiral Picard genießt seinen Ruhestand und vertreibt sich die Zeit mit Weinanbau auf dem heimischen Anwesen. Doch plötzlich tritt Dahj, die gerade von Romulanern angegriffen wurde, Hilfe suchend in sein Leben. Allerdings bleibt für die erwartete Hilfe keine Zeit, sie wird kurz darauf von romulanischen Agenten getötet. Picard ist machtlos in dieser Situation, doch er beginnt zu recherchieren und erfährt, dass Dahj eine Schwester namens Soji hat. Er hat die Vermutung, auch sie könnte in Gefahr sein. Von der Föderation erhält er für seine bevorstehende Suche nach ihr leider keinerlei Unterstützung. Kurzentschlossen bietet sich die Hilfe von Captain Rios an, mit seinem Raumschiff und einer illustren Crew, startet Picard erneut in den Weltraum. Die Suche nach Soji wird zu einem gefährlicheren Abenteuer, als er es erwartet hat. Denn die Spur führt zu einem Borgkubus, der zwar mittlerweile zur Regeneration alter Borgdrohnen genutzt wird, doch Picard hat natürlich völlig andere Erinnerungen an den Borgkubus und kein gutes Gefühl bei dessen Anblick. Diese Mission reißt seine ohnehin offenen Wunden der Vergangenheit weiter auf und entwickelt sich zu einer persönlichen Herausforderung für Picard.

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Sir Patrick Stewart als Jean-Luc Picard; Evan Evagora als Elnor – Photo Cr: Trae Patton/CBS ©2019 CBS Interactive, Inc. All Rights Reserved.

Eindruck

Wer hätte das gedacht, dass 17 Jahre nach dem Film „Star Trek: Nemesis“ und rund 26 Jahre nach der letzten Episode von „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“, Picard zurück kehrt. Sehen konnte man die 10 Folgen der ersten Staffel schon auf Amazon Prime, nun sind sie endlich auch auf Blu-ray erschienen. Gründe sie zu schauen gibt es viele, daher bin ich gespannt, ob „Picard“ an die alten Erfolge anknüpfen kann, denn es ist viel Zeit seit dem vergangen.

Nun Captain Picard war für mich immer der ruhigste und sehr besonnen agierende Captain, im recht vielfältigen Star Trek Universum. In der Serie „Picard“ ist er im fortgeschrittenen Rentenalter und natürlich weiser geworden. Das spiegelt sich auch in der Inszenierung der Serie wieder. Noch diplomatischer und gewissenhafter, geht er die Suche nach Soji an. Eben wie man Picard kennt, der noch nie ein Freund von unüberlegten Entscheidungen und oder impulsiven Handlungen war. Das Resultat daraus, die Serie ist gemächlich erzählt, wird aber durchaus mit temporeichen und actionhaltigen Momenten bereichert.

Jean Luc Picard (Patrick Stewart), ist selbstverständlich nicht mehr der Jüngste, aber er hat Unterstützung auf seiner Reise. Da wären unter anderem Alison Pill (Dr. Agnes Jurati), Michelle Hurd (Raffi), Evan Evagora (Elnor) und Santiago Cabrera (Captain Rios) an seiner Seite. Dazu gibt es ein paar wohldosierte Gastauftritte, die Star Trek Fans definitiv erfreuen werden. Hervorzuheben ist nicht nur das Spiel von Patrick Stewart, der in seiner Rolle als Picard, eine Emotionalität vermittelt, die beim Zuschauer definitiv ankommt. Auch der restliche Cast verkörpert seine Figuren überwiegend sehr gefühlvoll und mitreißend.

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Sir Patrick Stewart als Jean-Luc Picard; Dominic Burgess als Mr. Vup; Necar Zadegan als Bjayzl; ; Jeri Ryan als Seven of Nine – Photo Cr: Trae Patton/CBS ©2019 CBS Interactive, Inc. All Rights Reserved.

Das Setting ist ordentlich, häufig gibt es landschaftliche Kulissen, die Sci-Fi mäßig etwas aufgemöbelt worden sind. Viele Räume, gerade das Anwesen von Picard, sind eher Retro ausgefallen und/oder mit ein paar technischen Spielereien versehen, um zeitgemäß zu wirken. Auch das Raumschiff von Captain Rios erscheint eher spartanisch und dezent ausgestattet, doch die Steuerung und diverse andere Funktionen, sehen natürlich hoch entwickelt aus. Und auch die Kostüme, die überwiegend unspektakulär aussehen und dadurch bestens ins Gesamtgefüge passen, reihen sich so ein. Rein visuell gefällt mir die leicht reduzierte Herangehensweise, welche gekonnt mit einigen optischen Highlights versehen ist, wodurch ein gewisses Star Trek Flair stets gegeben ist.

Also wie schlägt sich „Picard“ nach so langer Zeit? Wie erwähnt, er ist nicht mehr der Jüngste. Dementsprechend verhält er sich und geht mit einer gewissen Gelassenheit auf die Suche nach Soji. Die Figuren um ihn herum wurden sorgsam gewählt, sie sind zwar alle jünger als Picard, aber stehen längst im Leben und haben so einiges erlebt. Ihre Charaktere wurden passend um Picard integriert. Jeder hat seine Geheimnisse, seine speziellen Fähigkeiten und natürlich auch so manche Schwächen. Eine interessante Mischung, die mit Picard aufbricht und sich in das ungewisse Abenteuer stürzt. Die vermeintliche Gegenseite ist nicht simpler charakterisiert, alle haben ihre Vergangenheit und so manch mysteriöses an sich, gerade die Figur Narek fasziniert und sorgt für reichlich spannende, wie verblüffende Momente.

Die Inszenierung ist erfrischend entschleunigt. Fans von, ich sag mal „Star Trek: Discovery“, die mit reichlich Action und hohem Tempo daherkommt, werden sich umgewöhnen müssen. Aber auch Anhänger von „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“, die mit der Serie Picard am ehesten angesprochen werden, sollten mit einem ähnlichen, aber reduzierten Erzähltempo rechnen. Das sollte man jetzt aber nicht falsch verstehen, es gibt Filme und Serien, in denen die ruhige Herangehensweise den Zuschauer nicht wirklich abholt und es nur langatmig wirkt. Das ist hier nicht der Fall, weil es durchdacht konzipiert ist, hier erreichen die geruhsam inszenierten Momente den Zuschauer, auch weil deren Dialoge überzeugen. Dazu werden die Szenen nie endlos ausgereizt, rechtzeitig erfolgt ein Schauplatzwechsel, der temporeicher gestaltet ist und die Geschichte dann wieder etwas zügiger vorantreibt.

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Jonathan Frakes als William Riker – Photo Cr: Trae Patton/CBS ©2019 CBS Interactive, Inc. All Rights Reserved.

Die Einführung in die Story beginnt flott, schnell ist man im Bilde worum es geht, auch wenn die eine oder andere Überraschung natürlich noch dazukommt. Denn es gibt immer wieder diese Momente, wo man nicht weiß, was passieren wird oder wie es weitergeht. Ansonsten erwartet den Zuschauer viel Recherche von Picard, verbunden mit den unterschiedlichsten Personen und dadurch eine Vielzahl an Dialogen. Diese sind überwiegend sehr gut geschrieben und halten sowie bauen entsprechend Spannung auf. Ebenfalls erwähnenswert, die Charaktere weiterentwickeln sich von Folge zu Folge und hauchen der Serie dadurch zusätzlich Leben ein.

Auf die Inhalte der zehn Folgen gehe ich aus Spoilergründen natürlich nicht ein. Nur so viel, die Geschichte ist gelungen, teilweise recht tiefgründig und hätte besser nicht zu der Rolle des Captain Picard ausfallen können. Seine bekannte Elemente, wie Menschlichkeit oder auch der Umgang mit Verlusten, sind nur einige der Zutaten, die Star Trek Fans so lieben. Inhaltlich stehen künstliche Lebensformen und die Romulaner im Vordergrund, letztere zeigen ein ganz besonderes Interesse an Androiden. Daneben ist ein Hauptaspekt die Vergangenheitsbewältigung von Picard, seine Suche nach Soji und die damit verbundenen Herausforderungen, was auch für die Neue Crew gilt. Die einzelnen Folgen sind abwechslungsreich inszeniert, bieten zahlreiche wie unterschiedliche Locations und interessante Figuren. Die Geschichte wird von Folge zu Folge spannender. Am Ende einer Episode ist man so gefesselt, dass die nächste gleich starten könnte. Für eine teils langsam erzählte Serie, definitiv ein weiterer Pluspunkt.

Fazit, das Wiedersehen mit „Picard“ ist ein Wiedersehen mit viel bekannten. Angefangen von Dialogen wie, „Machen sie es so“ oder „Energie“, zaubern Fans ein Schmunzeln ins Gesicht, die Gastauftritte sowieso. Neben der Hauptstory, ist die Reise für Picard auch eine Aufarbeitung seiner Vergangenheit. Hier hofft man zunehmend, dass er seinen Frieden findet und endlich mit seinen offenen Wunden abschließen kann, die ihn sowohl in seinen Träumen, wie auch in ein paar Begegnungen, schmerzhaft an längst vergangene Zeiten erinnern. Fans bekommen ohne Zweifel das was sie Erwarten, eben Picard. Ich kann die Serie daher nur empfehlen! Welcome back Captain Picard, es war mir eine Ehre, diese prächtige Star Trek Mission miterleben zu dürfen.

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Jeri Ryan als Seven of Nine – Photo Cr: James Dimmock/CBS ©2019 CBS Interactive, Inc. All Rights Reserved.

Bild

Das Bild ist ein Genuss, die Szenerie wird sehr scharf abgebildet, sei es in der Totalen oder in den Nahaufnahmen. Die Farbgebung ist mal warm, mal kühler gehalten, doch die Hauttöne bleiben natürlich. Der ausgewogene Kontrast und der satte Schwarzwert runden den guten Gesamteindruck ab, selbst in dunklen Szenen, gibt es genug Details zu entdecken. Für ein Serienformat, ein mehr als bemerkenswertes Bild, welches der Zuschauer hier serviert bekommt.

Ton

Die deutsche Tonspur liegt als Dolby Digital 5.1 vor, hier hat die englische mit DTS-HD MA 5.1 zwar die Nase vorn, allerdings enttäuscht auch die deutsche nicht. Es gibt viele Dialoge, die stets gut zu verstehen und ortbar sind, auch wenn es mal rundherum turbulenter zugeht. Das gesamte Boxenset wird bei den Actionszenen gut einbezogen und bietet einige direktionale Effekte. Der Subwoofer schaltet sich ebenfalls zu und untermauert die Szenen mit ordentlichem Druck, auch wenn hier manchmal der letzte Punch fehlt. Eine gelungene Tonspur mit guter Dynamik und einer ausgewogenen Balance in der Abmischung.

Extras

  • Star Trek: Short Treks: Kinder des Mars
  • Machen sie es so
  • Lebendige Aliens: Die xBs
  • Picards Requisiten
  • Die Zusammengewürfelte Crew
  • Gag Reel

Testequipment
JVC DLA-X35
SONY KD-77AG9
Panasonic DMP UB704
Marantz AV8801 / MM7055
B&W 7er Serie 5.1

Hier erhältlich:

(Hartmut Haake)
© Bilder und Trailer: Paramount Pictures – Alle Rechte vorbehalten!

  • Story 9
  • Bild 8,5
  • Ton 8
Summary
8.3 Super!

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