The Medium - PS5 Review | Bloober Team | Koch Media | 03.10.2021

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Am 3. September 2021 kam „The Medium auch für die PS5 in den Handel und wir haben das Review dazu:

„The Medium“ jetzt auch auf PS5? Ja genau, denn Bloober Team S.A. lässt seit Anfang September auch PS5-Spieler in den Genuss ihres, vorerst für Microsoft exklusiven, Horror Games „The Medium“ kommen. Ob der polnische Entwickler und Publisher „The Medium“ einen Platz in der psychologischen Horrorsammlung zwischen „Observer“ und „Layers of Fear“ sichern kann? Ich habe mir die PlayStation 5 Version und deren Performance für euch angesehen.

Krakau, Polen, späte 1990er:

Alles startet mit einem toten Mädchen oder dem Traum ihres Ablebens. Dieser beklemmende Traum verfolgt unsere Protagonistin Marianne immer und immer wieder. Marianne wurde mit einer speziellen Begabung geboren, denn Marianne ist ein Medium. Somit ist sie außerstande zu sagen, ob es sich um einen Albtraum handelt, eine Erinnerung oder eine Vision. Durch diese Unklarheiten, die in ihrer frühen Jugend immer wieder auftraten, hat Marianne eine Reihe an Psychokliniken und experimentierfreudigen Ärzten besucht. Doch durch die Adoption von Jack, einem Bestattungsunternehmer, fand sie ihre vermeintliche Bestimmung und den Grund für das „anders sein“. Denn die mittlerweile zynische junge Frau, ist in der Lage mit Toten zu sprechen und gelegentlich Einblicke in die Geisterebene zu erhaschen, um so Jacks „Klienten“ die letzte Ruhe zu erweisen.

The Medium - PS5 Review Spiel 2021 Szenenbild

An ihrem schwersten Tag, der Beerdigung des einzigen Menschen, der sie verstanden hat, klingelt das Telefon, kurz nachdem Marianne ihren Ziehvater ins Licht begleitet hat. Am Ende der Leitung spricht ein Mann namens Thomas. Er gibt vor, sie zu kennen und ihr alles über ihre Herkunft und Fähigkeiten erklären zu können. Daher bittet er Marianne um ein Treffen im „Niva Worker Resort“.

Gestrandet und alleine gelassen, beschließt Marianne sich im verfallenen Relikt der Sowjet-Ära „Niva“ mit Thomas zu treffen. Doch „Niva“ scheint vollkommen verlassen. Kurz darauf feuern Marianne´s Synapsen und ihre medialen Fähigkeiten reißen sie regelrecht aus der Realität. Eine gruselige Geschichte rund um Marianne, ihre Verbindung zu dem ominösen Thomas, und ihrer Vergangenheit beginnt in einem riesigen, verfallenen und traurigen Hotelkomplex, dessen Scheitern nicht nur das Ende der Sowjet Union eingeleitet hat.

The Medium - PS5 Review Spiel 2021 Szenenbild

„The Medium“ lebt hier vor allem von seiner unglaublich gut inszenierten Atmosphäre. Denn schnell ist klar, dass sich in „Niva“ etwas Schreckliches zugetragen hat. Überall sind Echos der Vergangenheit, die sich in verschiedensten Gegenständen eingebrannt haben. So bildet sich langsam aber sicher, neben der Gänsehaut auf unserem Rücken, eine klare Geschichte, um das Massaker von Niva. Stück für Stück lassen sich immer neue Puzzleteile in der Geschichte entdecken und sorgen so dafür, dass sich der triste Ort durch visuelle oder akustische Reize schaurig schön wieder leicht zum Leben erweckt.

„The Medium“ kommt hier mit einem automatisch verfolgenden, aber festen Kamerawinkel sehr gut aus. So hat man immer das Gefühl Marianne wird beobachtet, auch wenn es nur von uns ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass Marianne gelegentlich in beiden Realitäten, der Geisterwelt und der realen Welt wandert, was durch einen gleichzeitig bespielbaren Splitscreen realisiert wird. Ein faszinierendes Gameplay, welches ich so noch nicht erlebt hatte.

Durch das Wechseln der Aufmerksamkeit auf eine der Welten, lassen sich verschiedene Rätsel lösen. Dabei kommt „The Medium“ so gut wie komplett ohne Action aus, was sich ab und an etwas schleppend anfühlen kann, aber auch zum Erkunden einlädt und uns so immer tiefer in Niva und seine Geheimnisse eintauchen lässt. Auch Mariannes hellseherische Fähigkeiten helfen uns ein wenig, wenn wir nicht mehr so ganz wissen, wo es weiter geht.

The Medium - PS5 Review Spiel 2021 Szenenbild

Grafisch sowie soundtechnisch, ist hier durch verschiedene, renommierte polnische Künstler absolut nichts falsch gemacht worden. So haben zum Beispiel der dystopische Künstler Zdzislaw Beksinski und die für die Silent Hill Soundtracks bekannte Akira Yamaoka, hier ihre Finger im Spiel gehabt.

Nun nur noch die Frage, warum PS5? Ganz einfach! Die Features des DualSense Controllers haben hier, meiner Meinung nach, einen Titel gefunden, in dem sie ihr Potential voll entfalten können. Adaptive Trigger, Motion Control und Touchpad, werden clever genutzt. Doch gerade das haptische Feedback und der eingebaute Lautsprecher in Kombination mit der sich ändernden Beleuchtung der Light-Bar, zeigen nochmal richtig die Zähne, wenn es um Spielgefühl und das Eintauchen in die Spielwelt geht.

Fazit:

Mit „The Medium“ zeigt das polnische Studio wieder einmal, das Horror auch ohne wildes Blutgespritze funktioniert. Schaurig schön baut das Spiel, mit immer wieder neuen Kleinigkeiten und genialen Rätseln, eine über die gesamte Spielzeit von etwa 8 Stunden andauernde Gänsehaut auf. Das bedrückende Gefühl dieser rätselhaften Geschichte, wird durch die neue Integration des DualSense Controllers nochmal verstärkt, bekommt aber auch in der PC Version ein absolutes „Go for it“ von mir. Einziges Manko ist das ab und an zähe Gameplay, welches dafür aber unseren Sammeltrieb fördert. Wenn ihr also Lust habt, euch alleine im Splitscreen zu gruseln und dabei zu ertappen, wie ihr euch immer wieder vor Angst umseht, dann ist „The Medium“ ein klares Must Have.

The Medium - PS5 Review Spiel 2021 Szenenbild

Pro:

  • interessantes Setting
  • innovatives Gameplay durch Änderung der Realitäten
  • sucht atmosphärisch seinesgleichen
  • clevere Rätsel
  • gute Integration des DualSense Controllers

Contra:

  • etwas langsam
  • Story erschließt sich nur vollends, wenn aktiv gesucht wird.
  • teilweise nicht für zimperliche Menschen

Hier erhältlich:

(Bastian Avermann)
© Bilder und Trailer: Bloober Team / Koch Media – Alle Rechte vorbehalten!

  • Inhalt 9
  • Grafik 9
  • Sound 8
  • Spielspaß 7
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Summary

Schaurig schön baut das Spiel, mit immer wieder neuen Kleinigkeiten und genialen Rätseln, eine über die gesamte Spielzeit von etwa 8 Stunden andauernde Gänsehaut auf.

8.3 Nice

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