They Want Me Dead – Blu-ray Review | Warner Bros. | 16.08.2021

THEY WANT ME DEAD Film Angelina Jolie 2021 Artikelbild Kinostart

Am 19. August 2021 kommt „They Want Me Dead“ auf Blu-ray, DVD und digital in den Handel und wir haben das Review dazu:

„Jaja, die fliegende Hannah… aus Montana…“

Multitalent Taylor Sheridan, Autor und Regisseur von „Hell or High Water“ und „Wind River“, hat bereits bewiesen, dass er spannende Thriller in verlassenen Gegenden inszenieren kann. Sein neuestes Werk mit dem Titel „They Want Me Dead“ (im englischen Original „Those Who Wish Me Dead“) reiht sich vom Genre her genau in diese Reihe ein und wartet sogar mit noch mehr bekannten Stars auf. Eigentlich sollte der Thriller ja auch ins Kino kommen, doch dann entschied sich Warner Bros. den Titel digital als Premium-Download zum Kaufen oder Leihen zur Verfügung zu stellen. Auch für Sky-Abonnenten war der Film bereits zugänglich.

Aber auch Sammler von physischen Discs sollen bald in den Genuss des Filmes kommen, denn im Vertrieb von Warner erscheint „They Want Me Dead“ sowohl als DVD als auch auf Blu-ray Disc am 19.08.2021 im hiesigen Handel. Filme.de konnte sich für ihre Leserschaft bereits die hochauflösende Blu-ray ansehen und verrät im folgenden Review, ob Regisseur Sheridan an seinen starken „Wind River“ herankommt und wie die technischen Eigenschaften der Disc ausgefallen sind.

They Want Me Dead – Blu-ray Review Film 2021 Szenenbild

STORY:

Eine Feuerspringerin ist eine Person, die in einer Feuerwehr-Eliteeinheit arbeitet, die sich auf rettende Fallschirmsprünge bei Waldbränden spezialisiert hat. Hannah (Angelina Jolie) gehört so einer Einheit an, doch sie leidet noch immer daran, dass sie drei Kinderleben bei einem Einsatz nicht retten konnte, da sie sich in der Windrichtung geirrt hat. Eines Tages trifft sie in ihrem Einsatzgebiet in Montana einen erst 12 Jahre alten, traumatisierten Jungen, der nicht nur niemanden mehr hat, an den er sich wenden kann, er wird auch noch verfolgt. Die Männer, die hinter ihm her sind, haben nicht nur seinen Vater getötet, sie wollen auch den Jungen. Daher beschließt Hannah ihm zu helfen, was gleichzeitig bedeutet, dass die Verfolger jetzt auch hinter ihr her sind. Um die zwei in die Ecke zu treiben, zünden die Mörder auch noch den Wald an, so dass Hannah alles daransetzen muss, den Jungen und sich aus der Feuerhölle zu befreien.

EINDRUCK:

Wie oben bereits erwähnt, kennt sich Regisseur Sheridan mit Thrillern in urbanen Gegenden bestens aus. Auch „They Want Me Dead“ bietet wunderschöne Landschaftsaufnahmen New Mexicos in 3000m Höhe, die die Gegend rund um Montana darstellen soll. Auch hier nimmt er sich viel Zeit seine Charaktere einzuführen und so kommt der Thriller erst im zweiten Drittel in Fahrt. Was jetzt negativ klingen mag, funktioniert aber hervorragend, denn so bekommt man als Zuschauer einen besseren Überblick über alle Protagonisten und warum sie so handeln. Vor allem das Killer-Duo rund um Aiden Gillen (Baelish aus „Game of Thrones“) und Nicholas Hoult (der kleine Junge aus „About A Boy“) sind hier hervorzuheben, da sie keine dümmlichen Haudrauf-Bösewichte sind, sondern professionell und mit einer eiskalten Präzision agieren. Aber auch Sherriff Ethan, gespielt vom grandiosen Jon Bernthal („The Walking Dead“), bietet einen interessanten Handlungsstrang, der sich angenehm in die Hauptstory einbettet.

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Der Film bietet also eine gemächliche aber nicht minder spannende Erzählweise, starke und intelligente Charaktere, mehrere kleine Handlungsstränge die zueinanderfinden, eine tolle Optik, die vom Stamm-Kameramann Ben Richardson („Wind River“) toll eingefangen wurde und dazu einen ordentlichen Score, der von Bryan Tyler („Iron Man 3“) komponiert wurde. „Wo bleibt der Haken?“, mag jetzt so manch einer fragen. Tja, besagter Haken ist die Hauptdarstellerin selbst. Gut, ein paar kleinere Logik-Schnitzer (Selbstheilungskräfte nach Stürzen, Schlägen, Schüssen, …) haben sich auch eingeschlichen, aber die kann man gut verschmerzen. Viel schwerwiegender ist allerdings die Besetzung von Angelina Jolie („Salt“), die zwar einen der begehrten Goldjungs aus Hollywood ihr Eigen nennen darf, aber mit der Rolle der taffen und rettenden Feuerspringerin Hannah aus Montana (der MUSSTE jetzt sein) komplett überfordert zu sein scheint.

Nicht nur, dass es total unglaubwürdig erscheint, immer top geschminkt und mit schlechter Perücke als Feuerspringerin zu erscheinen, gibt sie ihrem Charakter auch leider wenig bis gar keine Sympathie mit – und das obwohl sie ein Trauma zu bewältigen und einen Jungen zu retten hat. Hier werden wertvolle Punkte verschenkt, denn die Rolle hätte jede andere weibliche Darstellerin (zB. Amy Adams oder meinetwegen auch die gute alte Sandra Bullock) besser hinbekommen. Vermutlich hat die gute Angelina auch nur noch nicht aus dem „Maleficent-Modus“ herausgefunden, wer weiß das schon so genau? Auch schauspielerisch liefert sie nicht gerade eine Glanzleistung ab. Gut zu sehen immer dann, wenn sie Szenen mit dem jungen Connor, gespielt vom 15-jährigen Finn Little, spielt, der wesentlich glaubwürdiger und geerdeter rüberkommt, als sie selbst.

They Want Me Dead – Blu-ray Review Film 2021 Szenenbild

Schade, denn wie gesagt, der Rest des Teams liefert einen mehr als ordentlichen sowie klassischen Verfolgungsthriller in der Wildnis ab, bei dem auch noch ein absichtlich gelegter Brand ausgebrochen ist. Apropos Brand: lt. kurzem Making-Of kam, bis auf wenige Ausnahmen in extra dafür abgesperrten Bereichen, kein echtes Feuer zum Einsatz. Hier wurde auf CGI-Effekte zurückgegriffen, die zwar als solche meist auszumachen, aber dennoch erfreulicherweise ordentlich anzuschauen sind. Auch Blutspritzer wurden am Computer erzeugt, denn obwohl dem Film ein FSK 12 Flatschen spendiert wurde, staunte ich nicht schlecht, als ich den ersten (brutalen) Kopfschuss innerhalb eines Fahrzeuges im Film ausmachen konnte. Hier wäre ein FSK 16 passender gewesen. Auch sonst wird ein paar Mal und wie es sich für einen Action-Thriller gehört, ordentlich geballert und geprügelt.

Wer Wildnis-Verfolgungsthriller mit einfacher Story und interessanten Charakteren wie in „Cliffhanger“, „Hell or High Water“ oder „Wind River“ mag, wird auch mit „They Want Me Dead“ seinen Spaß haben, auch wenn „dank“ einiger Logikfehler und unmotivierter Hauptdarstellerin nicht ganz die Klasse der großen Genrevertreter erreicht wurde.

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BILD:

Das Bild der blauen Scheibe wird uns im Format 2,39:1 präsentiert und ist für eine aktuelle Produktion recht solide. Gefilmt wurde mit einer modernen ARRI Alexa Mini und einer RED Gemini, das Digital Intermediate (DI) wurde in 2K gehalten. Die Farben gelangen warm, gut saturiert und bis auf wenige Ausnahmen natürlich gehalten zum Betrachter. Die Schärfe liegt fast immer über Durchschnittsniveau, Gesichtsfalten und einzelne Blätter lassen sich immer genauestens ausmachen. Selbst in der Tiefe lassen sich im Hintergrund noch Details erkennen. Auch der Kontrast kann bis auf wenige Ausnahmen (helle Flächen wie Wolken überstrahlen schon mal) überzeugen. Der Schwarzwert bietet ein ordentliches Schwarz und lässt auch sonst in den dunklen aber feurigen Wäldern keine Details absaufen. Gesichter bekommen auch in den dunklen Szenen genügend Durchzeichnung. Insgesamt eine mehr als ordentliche optische Darstellung, die nur knapp an der Höchstwertung vorbeigeschrammt ist.

TON:

  • Deutsch DD 5.1
  • Deutsch (Hörfilmfassung) DD 2.0
  • Englisch DTS-HD MA 5.1
  • Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1
  • Französisch DD 5.1
  • Portugiesisch DD 5.1
  • Spanisch DD 5.1
  • Lateinamerikanisches Spanisch DD 5.1

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Untertitel:

Deutsch für Hörgeschädigte, Chinesisch (traditionell), Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Chinesisch (vereinfacht), Koreanisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Obwohl der deutsche Ton „nur“ in Dolby Digital 5.1 auf die blaue Scheibe gepresst wurde, während die Originalversion in DTS-HD MA 5.1 erklingt, kann man auch hier (wieder einmal) wenig Schlechtes berichten. Klar, die vollere Dynamik und die feinere Abgrenzung bietet zwar die englische Spur, für diese Unterschiede muss man aber schon ganz genau hinhören.

Widmen wir uns der deutschen Fassung zu, bietet sie neben einer guten Dialogverständlichkeit immer noch eine ordentliche Dynamik, gut zu hören bei den kraftvollen Schießereien und den unheilvollen Gewittern. Auch das ausbreitende Feuer lässt sich immer wieder schon bedrohlich sowie präzise aus den hinteren Lautsprechern ausmachen. Man bekommt hier wirklich ein tolles Mittendrin-Gefühl spendiert. Luft nach oben herrscht aber auch hier, denn eine 3D-Tonspur (Dolby Atmos) wäre bei so einem Film mehr als wünschenswert gewesen.

EXTRAS:

Neben einem knapp 15-minütigen Making Of, spendierte Warner Brots. leider keinerlei Extras. Weder ein Wendecover ohne FSK 12 Flatschen noch ein Trailer finden sich auf der blauen Scheibe. Immerhin ist das Making Of (in Full HD und deutsch untertitelt) recht informativ geraten und zeigt Dreharbeiten mit dem Feuer und wie die Crew mit den Drehs in 3000m Höhe zurechtkam.

FAZIT:

Optisch und akustisch macht der Film vieles richtig und wenig falsch – so wundert es auch nicht, dass er nur knapp an der Höchstwertung vorbeischrammte. Das Bonusmaterial hätte allerdings ausgiebiger ausfallen dürfen. „They Want Me Dead“ ist ein starbesetzter, anfangs gemächlicher, später umso rasanter inszenierter und kurzweiliger Wildnis-Thriller, der im Gegensatz zu seiner Hauptdarstellerin geerdet und motiviert daherkommt. Seinen Vorgänger „Wind River“ konnte Regisseur Taylor Sheridan leider nicht ganz toppen.

Testgeräte:
TV: LG OLED 55C8PLA
Player: Sony UBP X-700
AV-Receiver: Denon AVR X-1500 H
Center-Lautsprecher: Teufel Ultima UL 40 C Mk3
Front- und Surround-Lautsprecher: Teufel Motiv 6
Atmos-Lautsprecher: Teufel Reflekt (Front Height)

Hier erhältlich:

(Alexander Gabler)
© Bilder und Trailer: Warner Bros. – Alle Rechte vorbehalten!

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