Trauma Center – Blu-ray Review | EuroVideo Medien | 06.12.2020

Trauma Center [Blu-ray] Cover shop kaufen Artikelbild

Am 10. Dezember 2020 kommt „Trauma Center“ auf Blu-ray, DVD und digital in den Handel und wir haben das Review dazu:

„Good Cop vs. Bad Cop – Willis will´s wieder wissen“

Hollywoodstar Bruce Willis ergeht es beim Thema Filme seit längerem genauso wie seinem Schauspiel-Kumpel Nicolas Cage: beide waren in den späten 80ern sowie den 90ern Garanten für brachiale Actionfilme wie „Stirb Langsam“, „Armageddon“ oder in Cage´s Fall „The Rock“ oder „Con Air“. Heutzutage sieht man sie meistens leider nur noch in schnell dahingeschluderten B- und C-Movies, denn Willis´ letzter halbwegs erfolgreiche Film „R.E.D. – Älter. Härter. Besser.“ sowie dessen Nachfolger liegen auch bereits einige Jährchen zurück. Im Vertrieb von EuroVideo erscheint hierzulande am 10. Dezember der Thriller „Trauma Center“ auf DVD, Blu-ray Disc und für Streaming-Freunde als VoD. Was uns beim neuesten Film mit Bruce Willis erwartet, ob er wieder zu alten Stärken zurückfand und wie es um die technische Qualität der Blu-ray bestellt ist, konnte die Redaktion von filme.de für ihre Leser bereits genauestens unter die Lupe nehmen.

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STORY:

Der Partner von Detective Steve Wakes (Bruce Willis) wurde ermordet. Doch damit möchte sich Steve nicht geschlagen geben und sinnt auf Rache. Als die Zeugin Madison (Nicky Whelan) nach einer Schießerei ins Krankenhaus eingeliefert wird, schließt er sich mit ihr zusammen, um den Mord an seinem Partner aufzuklären. Die Kugel, die sich noch immer in ihrem Bein befindet, ist das einzige Beweisstück, um den Mörder zu überführen. Doch sie ist nicht sicher im Krankenhaus, woraufhin Steve sie auf die Isolierstation verlagert. Aber auch das hält die Verfolger nicht davon ab, sich einen Weg zu ihnen zu bahnen. So beginnt ein tödliches Verfolgungsspiel, was Steve schnell merken lässt, dass seine schlimmsten Befürchtungen wahr werden könnten.

EINDRUCK:

Regisseur Matt Eskandari scheint Gefallen an Bruce Willis gefunden zu haben, schließlich hat das Neo-Team in den letzten zwei Jahren gleich drei Spielfilme („Trauma Center“, „Survive the Night“ und „Hard Kill“) gemeinsam gedreht. Um es gleich vorweg zu nehmen: Bruce Willis gelang leider erneut kein Hit, wobei man fairerweise sagen muss, dass „Trauma Center“ zuweilen durchaus gut unterhält. Nachdem man dem zweckmäßigen Prolog, eine dramatische Geschichte zweier Schwestern, überstanden hat, erhält man als Zuschauer ein spannendes Katz- und Maus-Spiel zwischen den zwei Gangstern und der Hauptdarstellerin Madison, die sich überraschenderweise in bester „Angus MacGyver-Manier“ mit einigen hanebüchenen Einfällen ihren Weg durch das Krankenhaus kämpft. Da der Thriller zu 90% in besagtem Krankenhaus spielt, schafft er damit eine strikte und fast kammerspielartige Atmosphäre.

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Ja, dieses Krankenhaus-Setting weiß tatsächlich zu gefallen und wurde auch spannend in Szene gesetzt. Dunkle Korridore und verwinkelte Schächte, versperrte Notausgänge und nicht zu vergessen, sehr viel Pflege-Equipment, das zum rechten Zeitpunkt bereitsteht, zweckentfremdet zu werden. Obwohl nur recht wenige Protagonisten involviert sind, schafft es Regisseur Eskanderi dennoch etwas genreypische Gewalt zu integrieren – die aber nie ausartet oder gar fehl am Platz wirkt. Im Grunde handelt es sich bei „Trauma Center“ zwar um einen simpel gehaltenen, 87minütigen und grundsoliden Thriller, der sich selber leider ein paar Steine in den Weg legt. Obwohl Nicki Whelan („Halloween II“ 2009) als „Madison“ glaubwürdig als „Mädchen von nebenan“ daherkommt, sind es dann doch zu viele Logikfehler (kein Signal-Zeichen bei vollem Handyempfang, Patrone steckt nach dem Check-In immer noch im Oberschenkel von Madison, ihr Zimmer im 7. Stock obwohl nur 5 Stockwerke zu sehen sind, …) und glückliche Zufälle, die ihrer Person immer wieder die Haut retten – das stört dann doch etwas. Auch wirken die „Bösen Jungs“, Pierce und Tull, von der ersten Minute an seelenlos und austauschbar.

Aber da war doch noch etwas…? Ach ja, unser Actionstar Bruce Willis, der alle seine Szenen in nur zwei Tagen abgedreht hat. Ja, der hilft Madison als Lt. Steve Wakes, wie es der Trailer vielleicht vermuten lässt, nicht ununterbrochen bei ihrer Flucht. Stattdessen sieht man ihn nachdem er Madison ins Krankenhaus gebracht hat hin und wieder noch ein paar Tatorte abklappern, eher er dann im großen Finale wieder dazu stößt. Immerhin agiert Bruce, und das wird seine Fans sicher gnädig stimmen, wieder etwas professioneller als in seinen letzten Werken. Eine schauspielerische Meisterleistung darf man sich hier natürlich dennoch nicht erwarten. Apropos Schauspieler: schön war auch ein kleines Wiedersehen mit Steve „Mahoney“ Guttenberg, der hier als Dr. Jones eine kleinere Rolle bekam – ich dachte schon der würde gar keinen Film mehr drehen.

Wie bereits angesprochen: „Trauma Center“ ist ein grundsolider Thriller mit kleinerem Budget, der trotz Logiklöchern vor allem im Mittelteil ordentlich aufdreht. Bruce Willis Fans dürfen gerne einen Blick riskieren.

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BILD:

Das Bild, das uns im Ansichtsverhältnis 2,39:1 präsentiert wird, darf durchaus als gelungen bezeichnet werden. Der vollständig digital erstellte Film, bietet wirklich tolle Werte in allen Bereichen. Die Schärfe bewegt sich, wie für eine Produktion aus dem Jahr 2019 auch nicht anders zu erwarten, auf einem hohen Niveau und bietet trotz meist nächtlichen Szenen, genügend Details wie Gesichtsfalten oder auch die Beschaffenheit der Patienten-Overalls zu entdecken. Die natürlich bis kühlen Farben werden sehr akkurat und ohne störende Filter wiedergegeben. Der Schwarzwert, wie auch die Durchzeichnung, sind mehr als solide. Da aber noch minimal Luft nach oben hin herrscht, reicht es nicht ganz für eine Höchstwertung.

TON:

  • Deutsch DTS-HD MA 5.1
  • Englisch DTS-HD MA 5.1

Obwohl sich das Sounddesign größtenteils auf die Fronten konzentriert, gibt es immer noch einiges für die restlichen Lautsprecher zu tun. Umgebungsgeräusche wie Straßenlärm oder Krankenhausgeräusche kann man immer wieder und ganz klar aus den hinteren Lautsprechern vernehmen. Dazu gesellt sich ein gut platzierter und druckvoller Einsatz des Subwoofers, der den zurückhaltenden Score und somit die bedrohliche Atmosphäre des Films ab und an noch gefährlicher gestaltet. Auch bei den wenigen Schießereien darf dieser mitmischen. Obendrauf sind die Dialoge stets sauber zu verstehen.

Bruce Willis´ Stammsynchronsprecher Manfred Lehmann ist selbstverständlich auch wieder mit an Bord und verleiht Bruce erneut seinen typischen Klang. Der deutsche Ton steht dem englischen Originalton in nichts nach und gehört definitiv zu den besseren Tonspuren.

EXTRAS:

Neben dem deutschen Trailer des Films befindet sich leider kein Bonusmaterial auf der blauen Scheibe aus dem Hause EuroVideo.
Bezüglich einem etwaigen Wendecover ohne FSK 16 Flatschen kann leider keine Auskunft gegeben werden, da der Redaktion zu Testzwecken lediglich die lose Disc zur Verfügung stand.

FAZIT:

Bild und Ton können sich wahrlich sehen und hören lassen – lediglich beim Bonusmaterial wurden unnötig Punkte verschenkt.
„Trauma Center“ ist ein grundsolider, vielleicht zu vorhersehbarer Thriller geworden, dem eigentlich nur wegen seiner zahlreichen Logikfehler eine höhere Wertung verwehrt blieb. Genrefreunde und Fans von Bruce Willis dürfen aber gerne einen Blick riskieren, auch wenn er hier nur eine Nebenrolle innehat.

Testgeräte:
TV: LG OLED 55C8PLA
Player: Sony UBP X-700
AV-Receiver: Denon AVR X-1500 H
Center-Lautsprecher: Teufel Ultima UL 40 C Mk3
Front- und Surround-Lautsprecher: Teufel Motiv 6
Atmos-Lautsprecher: Teufel Reflekt (Front Height)

https://www.youtube.com/watch?v=yTzYBGTPgYw

Hier erhältlich:

  • Trauma Center [Blu-ray]
  • Trauma Center [DVD]
  • Trauma Center (digital)

(Alexander Gabler)
© Bilder und Trailer: EuroVideo Medien – Alle Rechte vorbehalten!

Bewertungen: 4.8 / 5. 450

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